Der entscheidende Unterschied zwischen Vibecoding und professioneller Entwicklung liegt nicht darin, ob KI zum Einsatz kommt, sondern wie. Und vor allem, welches Wissen in den Entwicklungsprozess einfließt.
Professionelle Entwickler nutzen KI nicht als Ersatz für ihr Können, sondern als Verstärker ihres Fachwissens. Sie bauen sich strukturierte Wissensdatenbanken auf, die als Kontext für die KI dienen.
Eine solche Wissensdatenbank enthält weit mehr als nur Code-Snippets. Sie umfasst die gesammelten Architekturentscheidungen eines Projekts oder Teams. Warum wurde diese Datenbankstruktur gewählt? Welche Designprinzipien gelten? Welche technischen Patterns haben sich bewährt und welche sollten vermieden werden?
Dazu kommen dokumentierte Lösungsansätze mit ihrem jeweiligen Kontext. Nicht nur der Code selbst, sondern auch die Überlegungen dahinter, die erwogenen Alternativen, die vermiedenen Fallstricke. API-Spezifikationen, Dependency-Versionen, bekannte Probleme und deren Lösungen fließen hier ein.
Diese strukturierten Informationen werden der KI als Kontext zur Verfügung gestellt, nicht als Teil eines langen Prompts. Moderne Tools bieten verschiedene Möglichkeiten dafür, etwa das Hochladen von Dateien, das Definieren von Custom Instructions oder die Nutzung spezialisierter Kontext-Fenster.
Das Ergebnis dieser Arbeitsweise ist Code, der aussieht und funktioniert, als hätte ihn ein eingespieltes Entwicklerteam geschrieben. Mit konsistenten Patterns, im etablierten Stil, passend zur bestehenden Infrastruktur. Nicht weil die KI das von alleine könnte, sondern weil sie auf dem Fachwissen aufbaut, das ihr zur Verfügung gestellt wurde.