KI-Designs: Risiken, Bildfehler und Urheberrecht

KI – Kreative Inszenierung oder künstlerischer Irrweg?

Seit der kostenfreien Nutzung von KI-gestützter Bildgenerierung wurde die Art und Weise, wie bildliche Inhalte erstellt werden, grundlegend revolutioniert. Durch die Bandbreite verschiedenster Anbieter, einer niedrigschwelligen Benutzeroberfläche und einem schnellem, scheinbar effizienten Output, ist eine Art Demokratisierung von Design und digitaler Bilderstellung ermöglicht worden. Binnen weniger Sekunden können nun in Bildern Hintergründe ersetzt, Logos gestaltet oder Fotos erweitert werden. Doch trotz guten Promptings, basiert die Bildgenerierung auf mathematischen Analysen und nicht auf einem geschulten, kreativen Auge. Bildfehler und Probleme mit dem Urheberrecht sind oft ein bitterer Beigeschmack den die vermeintlich einfache KI-basierte Designlösung hat.

Um diese Painpoints einzuordnen, haben wir ein paar maßgebliche Hürden genauer untersucht.

Woran erkenne ich ein AI-Design?

Die Algorithmen der digitalen Bildgenerierung verstehen die logische, physikalische Welt nicht, sondern berechnen lediglich die wahrscheinlichste Lösung von Pixel- bzw. Bildmustern. 

Deshalb ist es ratsam auf Details zu achten, die Aufschluss darüber geben können, ob ein Design oder ein Bild mit KI erstellt wurde. Eine klassisches Merkmal ist der sehr spezifische „KI-Glanz“, den viele generierte Bilder gemeinsam haben. Dabei handelt es sich um eine extrem glatte, fast schon übernatürlich perfekte Textur von Oberflächen, sodass bspw. eine dargestellte menschliche Haut wie ein Airbrush aussieht oder organische Gegenstände eine Plastik-ähnliche Anmutung haben. Einhergehend damit ist oft eine unlogische Darstellung von Lichtquellen, sodass Lichtpunkte gesetzt sind, wo keine Reflexion physikalisch möglich ist. Auch Schatten können in verschiedene Richtungen fallen. Ferner ist meist das zentrale Bildelement scharf dargestellt, jedoch verfällt der Hintergrund in ein Chaos und wird zu einem undefinierbaren Pixelbrei.

Was sind die häufigsten Bildfehler?

Neben den oben genannten logischen und physikalischen Hürden, stolpert die KI-Bildgenerierung sehr oft über die Anatomie von den visualisierten Menschen und Tieren. Klassische Beispiele dafür sind zu viele Finger, Extremitäten mit Gelenken an Stellen, wo keine sind, oder auch unnatürliche Bewegungsdarstellungen, gerade im Hinblick auf die Abbildung von Tieren. Auch bei der Generierung detailreicher Bilder kommt die KI schnell an ihre Grenzen, sodass kleinteilige Bildinhalte, wie Ohrringe, die Symmetrie von Augen oder auch die gleich große Wiedergabe von bspw. Brillengläsern, oft fehlerhaft abgebildet werden.

Des Weiteren ist die Darstellung von Schriften und Text im allgemeinem nicht konsistent, sondern gleicht mehr einem abstrahierten Schaubild von Sanskrit oder Kyrillisch, die aber logisch keinen Sinn ergibt und somit keine Inhalte transportieren kann.

Warum ist eine Fehlerprüfung so wichtig?

Da es bei Bildinhalten oder Designs im kommerziellen Sinne nicht immer nur um das plakative Aussehen geht, sondern auch um Glaubwürdigkeit und Professionalität, ist eine aktive Fehlerprüfung bei KI-Bildinhalten absolut notwendig. Offensichtliche KI-Bildfehler, wie zum Beispiel die anatomisch inkorrekte Darstellung von Menschen, können äußerst unprofessionell wirken und das Vertrauen in eine Marke nachhaltig untergraben. Ferner basieren KI-Designs oft auf bereits bestehenden Designs und können lediglich eine optische Abwandlung oder Weiterentwicklung dieser darstellen, sodass ein Plagiatsvorwurf im Raum stehen könnte. Gerade große oder traditionsreiche Marken sollten dahingehend sicherstellen, dass bei der Nutzung von KI-generierten Bildinhalten mögliche Plagiate oder Urheberrechtsverletzungen ausgeschlossen sind, da ein daraus resultierender Image-Schaden sich nur schwer wieder rehabilitieren lässt.

Wie verhält sich das Urheberrecht im Bezug auf KI-Designs?

Designs und Bilder, die ausschließlich KI-basiert sind, genießen keinen urheberrechtlichen Schutz, da sie keine „persönliche, geistige Schöpfung eines Menschen“ sind. Ein Schutz entsteht nur dann, wenn die Basis, wie zum Beispiel ein Prompt oder eine Skizze, die dem Design zugrunde liegt, von einem Menschen geschaffen wurde und die KI lediglich als Hilfsmittel oder Werkzeug dient. Jedoch muss ein Mensch immer die Kontrolle über den Output, sowie über die konkrete Formgestaltung behalten, damit das Urheberrecht greifen kann. Ferner sollte immer geprüft werden, ob das KI-Design Bildinhalte darstellt, die dem Urheberrecht oder Markenschutz unterliegen. Hierzu empfiehlt sich die Reverse-Bildersuche, die dann sowohl geschützte Bildinhalte darlegen kann, als auch stilistische Kopien mit bestehenden Werken vergleicht und offen legt.

Wie kann ich meine Designs und Werke vor Vervielfältigung mit KI schützen?

Unternehmen, Designer oder Kreative im Allgemeinen, die ihre im Internet veröffentlichen Werke vor dem trainingsgebrauch für KI-Algorithmen schützen wollen, können dies über einen entsprechenden Vorbehalt bzw. einen sogenannten „Opt-out“ auf ihrer Internetpräsenz erklären. Widerspricht ein Urheber explizit, so ist das „Text and Data Mining“, also das Training der KI mit den dargestellten, öffentlichen Inhalten, untersagt. Somit fungiert das Opt-Out derzeit als  wichtigster Verteidigungsmechanismus für Unternehmen und vor allem kreative Dienstleister zum Schutz ihrer Designs und Daten. Hierbei ist darauf zu achten, dass dieser Widerspruch sowohl in Textform hinterlegt wird, als auch maschinenlesbar im Code, sodass KI-Crawler diese Information erfassen und entsprechend agieren können.

Wie kann gutes Design mit KI funktionieren?

Gutes Design mit KI und Grafikdesignern funktioniert dann, wenn KI nicht als Ersatz, sondern als Werkzeug im kreativen Prozess verstanden wird. Die KI kann helfen, erste Ideen, Varianten, Bildwelten oder Kompositionen schnell sichtbar zu machen und damit Abläufe zu beschleunigen. Die gestalterische Qualität entsteht jedoch erst durch die Erfahrung mit Designern, die Ergebnisse einordnen, Fehler erkennen, Bildsprache gezielt entwickeln und auf Markenwirkung, Konsistenz sowie Professionalität achten.

Gutes Design braucht Herz, Verstand und ein Auge für das Wesentliche – Dinge, die kein Algorithmus perfekt imitieren kann. Wie man KI intelligent und sicher in die Markenkommunikation des eigenen Unternehmens integriert?

Häufige Fragen zum Thema KI-Design

FAQ

Da KI-Designs lediglich bestehende Designs abwandeln und adaptieren, geht oft Individualität, Eleganz und Charakter verloren. Unternehmen und Marken, die sich ein zeitloses Logo wünschen, dass vielfältig anwendbar ist, sollten die Entwicklung und Gestaltung lieber in fachkundige Hände übergeben, die wissen was sie tun – ohne Strom, aber mit Leidenschaft.

Tolle Bilder beim letzten Teamausflug gemacht, aber leider möchte ein Kollege nicht auf den Bildern im Internet zu sehen sein? Genau hier eignen sich diverse Bildgebungs-Softwares perfekt, um Personen aus einem Bild zu entfernen, den Himmel wolkenfrei darzustellen oder nachträglich noch ein Firmenlogo einzufügen.

Am besten wird die Marke durch das deutsche Marken- und Patentamt geschützt. Auch ein Widerspruch auf der Website kann helfen die KI Crawler abzuhalten.

Wir beraten wie es geht.